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Lucas Niggli - drums/percussion

Pressestimmen

STEAMBOAT SWITZERLAND - Nachbeben27.11.2010 / NZZ, Neue Zürcher Zeitung
STEAMBOAT SWITZERLAND
Nachbeben

Fast könnte man diese Formation für eine Heavy-Metal-Band halten, so viel Wucht und Tonnenschwere steckt in ihrer Musik. Gleichzeitig besitzt sie das Fingerspitzengefühl und die Delikatesse eines Kammermusikensembles. Steamboat Switzerland ist ein Paradox – ein Powertrio, das hochkomplexe avantgardistische E-Musik mit solch brachialer Intensität in Szene setzt wie keine zweite Band auf dem Planeten, und das alles auf dem Lautstärken-Level eines Düsenjets. Wichtig ist für Steamboat Switzerland überdies, dass man verschiedene musikalische Verfahren pflegt – von der Improvisation bis zur Interpretation. Der Schweizer Komponist Felix Profos nun hat Dominik Blum (Orgel, Synthesizer und Elektronik), Marino Pliakas (Bassgitarre) und Lucas Niggli (Schlagzeug) eine siebenteilige Komposition auf den Leib geschnitten. Sie bringt auf überzeugende Weise die Stärke der Band zum Vorschein, die in ihrer schillernd-schimmernden Klanglichkeit liegt, der Profos genügend Zeit gibt, sich zu entfalten. Mit grosser intellektueller Klarheit entwirft der Komponist ein Klangszenario aus hypnotischen Blockakkorden und berstenden Trommelakzenten, das mit stoischer Unbeirrbarkeit seinen Weg geht. Manchmal verwandelt sich die Musik in eine elektrisch aufgeladene Gewitterlandschaft, in der Blitze wie Peitschenhiebe mit harter Unerbittlichkeit niedergehen. Zwischen die extreme Monumentalität der komponierten Blöcke schieben die drei Musiker verspielte Improvisationen, die im Vergleich zur Strenge und Gewalt der Kompositionen wie Lockerungsübungen vor der nächsten Entladung wirken. Steamboat Switzerland ist mit dieser Produktion, über Jahre in der Mache, vielleicht ihre bisher überzeugendste Veröffentlichung gelungen – ihre beste so far.

Christoph Wagner

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