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Lucas Niggli - drums/percussion

Pressestimmen

Biondini - Godard - Niggli - Klangkunst der etwas Anderen Art05.08.2011 / Ostfriesenzeitung
Biondini - Godard - Niggli
Klangkunst der etwas Anderen Art

Das Trio „Biondini, Godard, Niggli“ zu Gast bei „Jazz live im Speicher“
Die Musiker überschritten bei ihrem Auftritt in Leer die Grenzen zwischen den Genres.

Seit ihren Anfängen vor knapp 19 Jahren ist die Konzertreihe „Jazz live im Speicher“ in Leer ein Garant für außergewöhnliche Live- Erlebnisse. Klangkunst der etwas anderen Art bot auch der 148. Abend der Reihe.
Gemeinsam auf der Bühne des Kulturspeichers standen am Donnerstag der Italiener Luciano Biondini, Michel Godard aus Frankreich und Lucas Niggli aus der Schweiz. Durch und durch exklusiv war die Musik. Aber war das überhaupt noch Jazz? Für den Akkordeonisten Biondini, Schlagzeuger Niggli und Michel Godard, der abwechselnd Tuba, E-Bass und Serpent (ein mehrfach gebogenes Blasinstrument aus vergangenen Jahrhunderten) spielte, ist eine solche Frage
belanglos. Ihnen geht es weniger um Stile und Genres als um eine freie Einstellung zur Musik generell.
Elegant, oft filigran groovend, streifte das Trio die mediterrane und alpenländi- sche Folklore, griff zurück auf die Klassik, bestach mit Improvisationskunst und Soli oder verzauberte mit zu Herzen gehenden Melodiebögen. Hoch ambitionierte Musik war gepaart mit sofortiger Zugänglichkeit. Das intensiv zuhörende, zum Teil von weither angereiste Publikum genoss es, gerade auch die leisen Momente des Abends. Ausgemachte Höhepunkte waren mit „Sur l’echelle des sphères“ und „Le sonnet oublié“ zwei längere, traumwandlerisch fließende Kompositionen von Godard. Nicht minder großartig gerieten allerdings auch die beiden Coveversionen des Trios: John Coltranes „Naima“ in einer Bearbeitung für Akkordeon sowie, in einem Tuba-Arrangement, das „Adagio in F“ nach Johann Sebastian Bach.
Das Programm des Kozertes orientierte sich an den Stücken der ersten CD des
Trios, die im Frühjahr beim Züricher Label Intakt erschienen ist. Und so trat gewissermaßen zwangsläufig das ein, was das außergewöhnliche Live-Erlebnis vorbereitet hatte: Der von Lucas Niggli mitgebrachte Karton mit digitalen Tonträgern war am Ende leer. Noch nie in 19 Jahren „Jazz live im Speicher“, so war von Veranstalterseite zu hören, seien von einer auftretenden Band derart viele CDs verkauft worden.

Fietje Auslšnder

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