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Lucas Niggli - drums/percussion

reviews

Lucas Niggli Drum Quartet: Beat Bag Bohemia - Melodische und geräuschhafte Raffinessen28.04.2008 / Bad Alchemy
Lucas Niggli Drum Quartet: Beat Bag Bohemia
Melodische und geräuschhafte Raffinessen

Die Schweiz ist nicht nur Sitz eines renommierten Cymbalherstellers, sondern auch Heimstatt einer ganzen Reihe maßgebender Trommler. Zwei davon, Lucas Niggli (Singing Drums, Zoom) und Peter Conradin Zumthor (Azeotrop), bilden zusammen mit Rolando Lamussene aus Mocambique und Kesivan Naidoo das LUCAS NIGGLI DRUM QUARTET. Um einen Avant-, einen Noise-Core-, einen Djembé- und einen Jive-Trommler auf gemeinsame Linie zu bringen, hat Niggli Vorgaben gemacht, an denen seine acht in Kamerun verbrachten Kinderjahre nicht ganz spurlos vorübergingen.

Art Blakeys Afro-Drum Ensemble ist ein Rollenmodell für den Sound von Beat Bag Bohemia (Intakt CD 139), Peter Gigers Family of Percussion und Pierre Favres Singing Drums ebenso. Cymbals und Gongs spielen wichtige Rollen in der Klangmalerei des Quartetts, Lamussene setzt an Djembé und Mbira afrikanische Akzente, ohne das Ganze nur in Afrogroove-Richtung zu steuern, abgesehen von 'Big Bertha‘, dem einzigen Lied, das er auch mitgeschrieben hat. Die Vier entwickeln ansonsten eine transkulturelle und stilübergreifende Trommelsprache, eine perkussive Rhythm & Sound-Orchestralität. Lamussene und Naidoo sind Rekruten eines Niggli-Workshops im südafrikanischen Durban, denen der Wechsel vom bloßen Groove zur ausgefeilten Klangsprache mit melodischen und geräuschhaften Raffinessen liegt. Und es sind erstaunliche Raffinessen, an denen hier gefeilt und geklopft wurde und nicht nur ‚Yasmine‘ mit seinen gestrichenen Cymbaldrones sondern auch das raffiniert straighte Uhrwerk 'Hit Hat‘ verwandelt Trommelaffenaversionen ins Gegenteil.

Rigobert Dittmann

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